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Ernte
2010
Qualitäten und Mengen
Die
Erwartungen an die Ernte 2010 waren groß. Die Lager wurden geräumt, um die
vermeintlichen Rekordmengen unterzubringen. Die Weizenqualitäten wurden eher
als mittelmäßig und die Preisentwicklungen als verhalten erwartet. Wie Sie
alle wahrscheinlich schon wissen, ist nichts davon eingetroffen.
Bereits bei
der Wintergerste war von Rekorderträgen keine Rede und die Qualitäten waren im
Durchschnitt eher mittelmäßig. Hektolitergewichte von 55 bis 60 kg und Erträge
von 5 bis 5,5 to/ha haben bereits die ersten Enttäuschungen gebracht.
Die
nachfolgende Rapsernte hat die Landwirte wieder zuversichtlicher gestimmt. Hier
lagen die Erträge in unserem Gebiet zwischen 2,5 und 3,5 to je ha, im
Durchschnitt bei rund 2,8 to. Der Ölgehalt war in Ordnung und die Menge konnte
größtenteils trocken geerntet werden.
Sommergerste
war eine Riesenenttäuschung. Die 10tägige Hitzewelle Anfang Juli und der
massive Krankheitsdruck während der Vegetation führten zu starken Mindererträgen
und teilweise sehr schlechter Sortierung. Die Erträge lagen meist zwischen 2,5
und 3,5 to je ha. Hier konnten fungizidbehandelte Flächen jedoch deutlich höhere
Erträge mit guten Qualitäten erzielen. Qualitativ beste Sorte war Victoriana
sowie die bekannte und bewährte Sorte Bodega – welche heuer leider letztmalig
von der Brauindustrie übernommen wird. Diese Sorten lieferten akzeptable bis
gute Qualitätswerte. Die Sortierungen von Vivaldi und Marthe waren eher
unterdurchschnittlich.
Auch bei
Weizen waren wir von einer Rekordernte weit entfernt. Die Erträge lagen größtenteils
zwischen 4 und 4,5 to/ha. Erfreulich waren beim Weizen die Proteinwerte, welche
fast ausschließlich im Qualitäts- und Prämiumweizenbereich lagen.
Hektoliterwerte vor der Regenperiode eher durchschnittlich, danach schwach.
Trotz des vielen Regens unter der Weizenernte haben die Fallzahlwerte
erstaunlicherweise kaum gelitten. Der Großteil der Anlieferungen erfolgte mit
Werten zwischen 250 und 350 sec. Außergewöhnlich für unser Gebiet war die
relativ große Menge, welche getrocknet werden musste.
Durumweizen
wies ein weites Spektrum an Qualitätsschwankungen, sowohl bei den
Fallzahlwerten als auch bei den Mykotoxinen auf. Wir haben heuer erstmals bei
der Übernahme auch die DON Werte bestimmt und entsprechend getrennt. Damit
konnten wir verhindern, dass die gesamte Menge an Durum qualitativ abgewertet
wurde.
Wetter
Sowohl das
Wetter während der Ernte als auch über den gesamten Vegetationszeitraum waren
diese Saison außergewöhnlich und haben zu diesem unerwarteten Ernteergebnis
geführt.
Ein kühles,
nasses Frühjahr mit stauender Nässe bis weit in den Juni hinein führte zu
einem Vegetationsrückstand mit großem Krankheitsdruck. Fungizidbehandlungen
brachten heuer eklatante Mehrerträge. Eine Hitzewelle Ende Juni/Anfang Juli führte
zu einer übereilten Abreife (Notreife – vor allem bei Braugerste) und hat so
einen guten Teil zu diesem Ernteergebnis beigetragen. Zu guter Letzt wurde unser
Gebiet während der Weizenernte auch noch von einem Hagelunwetter heimgesucht.
Eine anschließende Schlechtwetterperiode stellte manchen Landwirt auf eine
„Nervenprobe“. Einige Felder konnten auf Grund der enormen Regenmengen nicht
geerntet werden, da sie nicht befahrbar waren.
Märkte und Preisentwicklungen
Doch nicht nur
bei uns spielte das Wetter „verrückt“. Trockenheit und Brände haben in Russland voraussichtlich ein Drittel der
Ernte vernichtet. Dürre und Trockenheit in der Ukraine sowie in mehreren
weiteren Staaten Südosteuropas, Überschwemmungen in Polen und Tschechien und
das Monsunhochwasser im Raum Pakistan/Indien haben die Märkte sehr
verunsichert. Hedgefonds und Spekulanten sind auf den Warenterminbörsen wieder
verstärkt zu finden. Diese Marktteilnehmer schaffen meist keine
Preisentwicklungen – sie verstärken diese nur und machen die Märkte
unberechenbarer. Bei steigenden Preisen ist diese Entwicklung zwar oft
willkommen, sie kann sich jedoch sehr schnell ins Gegenteil verwandeln. Jede
Meldung über Wetter, Exportverbote Weizenvorräte usw. erzeugt sofort einen
(oft überdimensionalen) Preisausschlag an den Börsen.
Abschließend
kann gesagt werden, dass die Landwirtepreise heuer deutlich über den vorjährigen
Preisen liegen werden. Eine konkrete Abschätzung der Marktentwicklung ist mir
zur Zeit nicht möglich. Wir werden auch heuer wieder versuchen, die Ernte seriös
und transparent zu vermarkten, um auch in Zukunft der Landwirtschaft ein starker
Partner sein zu können.
Wir
sind Partner von
Kaisergetreide

Rapso

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