Aktuell

Absberg, Juni 2011

Endabrechnung der Ernte 2010


Sehr geehrte Landwirtinnen!
Sehr geehrte Landwirte!







Die Ernte 2010 ist vermarktet. Die Lager sind leer wie schon lange nicht. Die Preisentwicklung für das abgelaufene Jahr war bei nahezu allen Kulturen sehr erfreulich, sodass sich zum Teil erhebliche Endauszahlungsbeträge ergeben.

Die Preisaussichten für die Ernte 2011 sind ebenfalls fest bis sehr fest. Ob auf das bereits jetzt hohe Niveau noch weitere Steigerungen erfolgen werden, lässt sich zwar nicht abschätzen, jedoch sind größere Preiseinbrüche unwahrscheinlich. Die Märkte reagieren auf die momentan knappen Lagerstände und die eher mäßigen Ernteaussichten überaus nervös. Zusätzlich beeinflussen Faktoren die mit dem Markt nicht unmittelbar in Zusammenhang stehen, die Preisentwicklungen erheblich.

Hier möchte ich vor allem Einflüsse wie Terminspekulation, Währungsentwicklungen, politische Entscheidungen, Naturkatastrophen usw. erwähnen. In dieser Situation ist ein zuverlässiger und erfahrener Vermarktungspartner besonders wichtig.



In den nächsten Tagen werden Sie die Abrechnungen bzw. die Gutschriften der Endabrechnung für die Ernte 2010 erhalten. Wir würden uns freuen, wenn Sie uns auch heuer Ihre Ernteprodukte wieder anvertrauen. Wir werden, wie immer, bemüht sein zu Ihrem wirtschaftlichen Erfolg beizutragen.





Mit den besten Wünschen für eine schöne und erfolgreiche Ernte 2011



Schneider Johann





Sehr geehrte Landwirtinnen!
Sehr geehrte Landwirte! Absberg, Februar 2011

Informationen zum Frühjahrsanbau 2011

Braugerste

Problematisch war im vergangenen Jahr auf Grund des hohen Krankheitsdruckes und der extremen Witterungsbedingungen die Erreichung der Qualitätsanforderungen. Verschiedene Sorten brachten nur mit entsprechendem Fungizideinsatz die erforderlichen Sortierungen. In unserem Gebiet hat sich die neue Sorte „Viktoriana“ besonders bewährt. Sie erbrachte auch ohne Fungizidbehandlung überdurchschnittliche Erträge mit guten Qualitäten. Wir empfehlen daher heuer zum Anbau „Viktoriana“. Als weitere Sorte übernehmen wir „Vivaldi“. Die Sorten „Bodega“ und „Marthe“ werden von der Malzindustrie nicht mehr übernommen.

Braugerstenvertragsanbau steht in mehreren Varianten zur Auswahl. Bei Interesse beraten wir Sie gerne.

Mais
Auch für den Naßmais -Vertragsanbau gibt es mehrere Varianten. Über Details informieren wir Sie gerne in einem persönlichen Gespräch. Bitte beachten Sie, dass auch Trockenmais in den letzten Wochen erfreuliche Preisanstiege zu verzeichnen hatte.

Gerne wickeln wir auch die Saatmaisbestellungen mit den entsprechenden Frühbezugskonditionen für sie ab. Beachten sie bei Ihren Bestellungen auch die neuen Vorschriften für den Einsatz von PONCHO oder CRUISER gebeiztem Saatgut. Informationsblätter über Anwendungsvorschriften liegen auf.



Durum
Erhebliche Probleme gab es im Vorjahr mit Mycotoxinbelastungen von Durumweizen. Große Mengen der letzten Ernte konnten nicht als Mahlgetreide verwendet werden. Bitte beachten Sie daher unbedingt Fruchtfolge – Bodenbearbeitung - Fungizideinsatz!
Sojaanbau

Durch den verstärkten Anbau von Soja kann es verschiedentlich zu Engpässen bei Saatgut kommen. Bitte rechtzeitig bestellen.

Düngermarkt
Parallel zu den Getreidemärkten steigen auch die Düngerpreise. Die Preisentwicklungen werden immer unberechenbarer. Harnstoff ist momentan nahezu ausverkauft bzw. sehr teuer. Die hohen Getreide- und Ölsaatenpreise lassen den Düngereinsatz heuer jedoch ökonomisch sinnvoll erscheinen.

Es bleibt aber wichtig, sehr gezielt zu düngen. Mit unseren Düngern aus den Mischanlagen sind Sie in der Lage punktgenau zu arbeiten. An Hand verschiedener Versuche zeigt sich, das der gezielte Einsatz von Schwefeldünger (Raps) sowie der Einsatz von Spurenelementen immer wichtiger wird.

Wir können Ihnen sowohl Schwefeldünger als auch Spurennährstoffe (Bor, Eisen etc.) in unseren Mischanlagen „aufbeizen“ bzw. dazumischen. Vorteil: Jedes Mischkorn enthält den aufgebeizten Nährstoff = gleichmäßige Verteilung, sehr gute Wirksamkeit. Da nicht alle Spurenelemente in jeder Menge lagernd sind, ersuchen wir bei Interesse um Anfrage bzw. Bestellung (Lieferzeit ca. 5 Werktage) Pflanzenschutz

Frühbezugspreise
, Produkt- und IP-Listen sind oder werden wieder in Kürze verfügbar sein. Wir beantworten Anfragen auch per Mail oder FAX.

Die aktuellen Sicherheitsdatenblätter überspielen wir gerne auf Ihren USB Stick. Für all jene, welche noch keinen Stick erhalten haben - es liegen noch einige in unseren Betrieben auf.
Sicherheitsdatenblätter sind 10 Jahre im Betrieb aufzubewahren!

Wir unterstützen Sie bei der Umsetzung von Vorschriften und gesetzlichen Bestimmungen für

Lagerung – Transport – Anwendung
von Pflanzenschutzmitteln.

Saatgut
Wir ersuchen um rechtzeitige Saatgutbestellung. Dies erleichtert die Abwicklung und garantiert Ihnen die Verfügbarkeit der von Ihnen gewünschten Sorten. Termine für die Reinigung von hofeigenem Saatgut bitte vereinbaren.



Winteraktionsware von VOEST Pfählen noch lagernd!

Getreide- und Ölsaatenpreisabsicherungen zur Ernte 2011

Wir können Ihnen bereits jetzt zu aktuellen Notierungen (abgeleitet von Matif-Erntetermin) Preisfixierungen für die Ernte 2011 anbieten.

Vorteil: fix kalkulierbarer Erntepreis

Risiko: Mengen, Qualitäts- und Preisvereinbarungen sind verbindlich. Kann nicht geliefert werden so entstehen dem Landwirt eventuell Kosten durch Deckungskäufe. Achtung: Geltendmachung von höherer Gewalt (Hagel etc.) ist nicht möglich.

Wir freuen uns auf die kommende Saison und werden gerne für Sie tätig.



Mit freundlichen Grüßen



Schneider Johann

Getreideernte 2010

- ein Bericht aus dem nördlichen Tullnerfeld

Qualitäten und Mengen



Die Erwartungen an die Ernte 2010 waren groß. Die Lager wurden geräumt, um die vermeintlichen Rekordmengen unterzubringen. Die Weizenqualitäten wurden eher als mittelmäßig und die Preisentwicklungen als verhalten erwartet. Wie Sie alle wahrscheinlich schon wissen, ist nichts davon eingetroffen.

Bereits bei der Wintergerste war von Rekorderträgen keine Rede und die Qualitäten waren im Durchschnitt eher mittelmäßig. Hektolitergewichte von 55 bis 60 kg und Erträge von 5 bis 5,5 to/ha haben bereits die ersten Enttäuschungen gebracht.

Die nachfolgende Rapsernte hat die Landwirte wieder zuversichtlicher gestimmt. Hier lagen die Erträge in unserem Gebiet zwischen 2,5 und 3,5 to je ha, im Durchschnitt bei rund 2,8 to. Der Ölgehalt war in Ordnung und die Menge konnte größtenteils trocken geerntet werden.

Sommergerste war eine Riesenenttäuschung. Die 10tägige Hitzewelle Anfang Juli und der massive Krankheitsdruck während der Vegetation führten zu starken Mindererträgen und teilweise sehr schlechter Sortierung. Die Erträge lagen meist zwischen 2,5 und 3,5 to je ha. Hier konnten fungizidbehandelte Flächen jedoch deutlich höhere Erträge mit guten Qualitäten erzielen. Qualitativ beste Sorte war Victoriana sowie die bekannte und bewährte Sorte Bodega – welche heuer leider letztmalig von der Brauindustrie übernommen wird. Diese Sorten lieferten akzeptable bis gute Qualitätswerte. Die Sortierungen von Vivaldi und Marthe waren eher unterdurchschnittlich.

Auch bei Weizen waren wir von einer Rekordernte weit entfernt. Die Erträge lagen größtenteils zwischen 4 und 4,5 to/ha. Erfreulich waren beim Weizen die Proteinwerte, welche fast ausschließlich im Qualitäts- und Prämiumweizenbereich lagen. Hektoliterwerte vor der Regenperiode eher durchschnittlich, danach schwach. Trotz des vielen Regens unter der Weizenernte haben die Fallzahlwerte erstaunlicherweise kaum gelitten. Der Großteil der Anlieferungen erfolgte mit Werten zwischen 250 und 350 sec. Außergewöhnlich für unser Gebiet war die relativ große Menge, welche getrocknet werden musste.

Durumweizen wies ein weites Spektrum an Qualitätsschwankungen, sowohl bei den Fallzahlwerten als auch bei den Mykotoxinen auf. Wir haben heuer erstmals bei der Übernahme auch die DON Werte bestimmt und entsprechend getrennt. Damit konnten wir verhindern, dass die gesamte Menge an Durum qualitativ abgewertet wurde.

Wetter



Sowohl das Wetter während der Ernte als auch über den gesamten Vegetationszeitraum waren diese Saison außergewöhnlich und haben zu diesem unerwarteten Ernteergebnis geführt.

Ein kühles, nasses Frühjahr mit stauender Nässe bis weit in den Juni hinein führte zu einem Vegetationsrückstand mit großem Krankheitsdruck. Fungizidbehandlungen brachten heuer eklatante Mehrerträge. Eine Hitzewelle Ende Juni/Anfang Juli führte zu einer übereilten Abreife (Notreife – vor allem bei Braugerste) und hat so einen guten Teil zu diesem Ernteergebnis beigetragen. Zu guter Letzt wurde unser Gebiet während der Weizenernte auch noch von einem Hagelunwetter heimgesucht. Eine anschließende Schlechtwetterperiode stellte manchen Landwirt auf eine „Nervenprobe“. Einige Felder konnten auf Grund der enormen Regenmengen nicht geerntet werden, da sie nicht befahrbar waren.

Märkte und Preisentwicklungen



Doch nicht nur bei uns spielte das Wetter „verrückt“. Trockenheit und Brände haben in Russland voraussichtlich ein Drittel der Ernte vernichtet. Dürre und Trockenheit in der Ukraine sowie in mehreren weiteren Staaten Südosteuropas, Überschwemmungen in Polen und Tschechien und das Monsunhochwasser im Raum Pakistan/Indien haben die Märkte sehr verunsichert. Hedgefonds und Spekulanten sind auf den Warenterminbörsen wieder verstärkt zu finden. Diese Marktteilnehmer schaffen meist keine Preisentwicklungen – sie verstärken diese nur und machen die Märkte unberechenbarer. Bei steigenden Preisen ist diese Entwicklung zwar oft willkommen, sie kann sich jedoch sehr schnell ins Gegenteil verwandeln. Jede Meldung über Wetter, Exportverbote Weizenvorräte usw. erzeugt sofort einen (oft überdimensionalen) Preisausschlag an den Börsen.



Abschließend kann gesagt werden, dass die Landwirtepreise heuer deutlich über den vorjährigen Preisen liegen werden. Eine konkrete Abschätzung der Marktentwicklung ist mir zur Zeit nicht möglich. Wir werden auch heuer wieder versuchen, die Ernte seriös und transparent zu vermarkten, um auch in Zukunft der Landwirtschaft ein starker Partner sein zu können.

Letzte Änderung am Mittwoch, 15. Februar 2012 um 15:34:21 Uhr.

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